Archiv der Kategorie 'Soziale Kämpfe'

Antifaschistische Mobilisierung nach Heilbronn: Gegen Nazis und ihre Helfer! Zugfahrten ab Achern und Bühl!

In der kommenden Woche findet in Heilbronn die erste von zwei Demonstrationen in Baden-Württemberg statt, die sich am im Kontext des zweiten Jahrestages mit der Aufdeckung der NSU-Struktur befasst und das Versagen der Behörden und deren Kooperation mit Neonazis thematisiert. Gemeinsam mobilisieren viele gesellschaftliche Gruppen, Initiativen und Organisationen im Bündis „Naziterror und Rassismus stoppen – Verfassungsschutz auflösen” zu der Demonstration nach Heilbronn und zwei Wochen später nach Schwäbisch Hall. Mit unserem Aufruf wollen wir die Mobilisierung zu den beiden Demonstration mit einer eigenen Position ergänzen.

Bündniswebseite | Infoübersicht des Bündnisses

Wir treffen uns für eine gemeinsame Zugfahrt am Samstag, den 2. November um 10 Uhr, in Achern und Bühl an den Bahnhöfen!

Kampagne

Gegen Faschisten und ihre Helfer!
> Seit nunmehr zwei Jahren ist die Existenz des selbsternannten „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) in der Öffentlichkeit bekannt. Ein faschistisches Netzwerk hatte sich unbehelligt und wahrscheinlich oft unter Beobachtung von einigen staatlichen Institutionen jahrelang durch die Bundesrepublik gemordet. Ergebnis sind mindestens zehn Morde an Migranten und einer Polizistin sowie zwei Bombenanschläge. Das Interesse an der Aufklärung dieser Taten von Seiten der Ermittlungsbehörden hält sich deutlich in Grenzen und richtet sich erst seit dem Fund der Tatwaffe gegen neonazistische Kreise. Die staatlichen Ermittlungen sind geprägt von angeblichen Pannen und Verbindungen seitens des Verfassungsschutzes zum direkten Umfeld des „NSU“ über sogenannte V-Leute, bringen jedoch keine Ermittlungserfolge, sondern lediglich die Gewissheit über Finanzierung und Aufbau rechter Strukturen durch staatliche Organe mit sich.
Gerade deswegen ist es notwendig, dass wir als antifaschistische Kräfte uns die Straße nehmen um die Wichtigkeit eines starken Selbstschutzes zu verdeutlichen. Dabei ist es nicht ausreichend, sich auf die Gesetze oder die Verfassung derer zu beziehen, die faschistische Entwicklungen dulden oder gar fördern. Wir müssen eigene Perspektiven im Kampf gegen Nazis entwickeln und diese umsetzen.

> Wie sich im Laufe der langsamen und schleppenden Ermittlungen, der Untersuchungsausschüsse und Gerichtsverhandlungen nun langsam herauskristallisiert, umfasste der sogenannte „NSU“ mit Sicherheit größere Dimensionen, als lediglich drei bewaffnete Nazis mit vereinzelten Kontakten in die faschistische Szene. Das Unterstützernetzwerk reichte und reicht von militanten Kameradschaften, über NPD-Funktionäre, rechte Anwälte, bis hin zu verbotenen internationalen Szeneorganisationen wie „Blood & Honour“. Selbst nach dem Auffliegen des „NSU“ solidarisieren sich verschiedene Neonazistrukturen mit diesem, sammeln Unterstützungsgelder und nehmen auf Demonstrationen öffentlich Bezug zum faschistischen Netzwerk.
Das Phänomen bewaffneter Faschisten ist kein Einzelfall und der „NSU“ stellt nur die Spitze des Eisbergs dar: Erst vor wenigen Wochen haben AntifaschistInnen bei der Durchsuchung eines Nazi-Grundstückes bei Göppingen diverse Waffen sichergestellt, während Polizeirazzien bei der Nazigruppe „Standarte Württemberg“ bereits im Jahr 2011 im Kreis Heilbronn und im Rems-Murr Kreis Schusswaffenfunde mit sich brachten. Ein weiteres Beispiel sind auch die von der NATO und Geheimdiensten im „Kalten Krieg“ gebildeten „Stay behind“ Strukturen, die gezielt militante Faschisten rekrutierten und zu denen es bis heute nur sehr wenige öffentlich bekannte Erkenntnisse gibt.

> Die Rolle des Verfassungsschutzes im Kontext der militanten faschistischen Netzwerke ist noch lange nicht erfasst – dass eine vollständige Aufarbeitung der Zusammenhänge zwischen staatlichen Stellen und Nazis überhaupt in die Öffentlichkeit getragen wird, ist nicht zu erwarten. Die Erschütterung der Selbstdarstellung als vermeintlich demokratifreundlicher Inlandsgeheimdienst hat schließlich schon genügend unbequeme Fragen aufgeworfen.
Fest steht: Die vom Verfassungsschutz geschürte „Extremismustheorie“, mit der Faschisten und linke Politik gleichgesetzt werden sollen, dient gerade heute einzig der Relativierung der gefährlichen Aufrüstung faschistischer Gruppen. Da verwundert es wenig, dass der Verfassungsschutz sich Ende der 1940er Jahre, ähnlich wie der Bundesnachrichtendienst (BND) oder das Bundeskriminalamt (BKA), in seinen Anfangsjahren aus hochkarätigen Nazikreisen rekrutierte. Die Institution wurde schon bei der Gründnung nicht zur konsequenten Durchsetzung und Aufrechterhaltung einer entnazifizierten Gesellschaft verstanden. Den Hintergrund bildete vielmehr die bundesrepublikanische Frontrolle im Kalten Krieg im Kampf gegen die damaligen sozialistischen Staaten.

> Und heute? Im vermeintlichen Kampf gegen Rechts glänzt der Verfassungsschutz mit vernichteten Akten, Gedächtnislücken, abgeschalteten und verschwundenen V-Leuten, und die Polizei mit rassistischen Ermittlungsmethoden. Währenddessen verbrennt ein wichtiger Zeuge im Prozess gegen den „NSU“, der selbst in der rechten Szene aktiv war, auf dem Weg zum Verhör beim LKA in Stuttgart auf mysteriöse Art und Weise in seinem Auto: Für Vermutungen und Ahnungen gibt nicht nur dieses Ereignis Anlass genug. Dennoch scheint sich der Großteil der bürgerlichen Presse nicht besonders für Hintergründe und Analysen dieses Komplexes zu interessieren, von öffentlichem Druck auf Ermittlungsorgane ganz zu schweigen.
Dass Rassismus ein gesellschaftliches Problem darstellt und nicht nur ein rechtes „Randphänomen“ ist, zeigen unter anderem aktuelle Debatten zur Flüchtlingspolitik oder beispielsweise. der Anklang, den bürgerliche Hetzer wie Thilo Sarrazin in weiten Teilen der Bevölkerung finden. Die Ermittlungen der Polizei in Bezug auf die Morde des „NSU“, die aufgrund der stereotypen Annahme einer „Ausländerkriminalität“ und trotz vieler konkreter Hinweise auf einen migrantenfeindlichen Hintergrund, lediglich auf das Umfeld der Opfer abzielten, zeigen deutlich, dass staatliche Behörden ein Teil des Problems sind.

> Aber was heißt das für uns? Wie kann ein selbstbestimmter Antifaschismus vor dem Hintergrund der staatlichen Deckung bewaffneter faschistischer Gruppen aussehen? Eines ist klar: Von staatlicher Seite können wir keinen effektiven Schutz erwarten, vielmehr müssen wir uns selbst organisieren, um uns gegen Übergriffe von rechts sowie rassistische und menschenfeindliche Hetze zur Whr zu setzten. Ein antifaschistischer Selbstschutz, konkret der Schutz fortschrittlicher Politik gegen reaktionäre Angriffe, ist unabdingbar.
Was uns beim alltäglichen Kampf gegen Rechts von staatlicher Seite auf der Straße entgegengebracht wird, zeigt ganz praktisch in welchem Verhältnis die Behörden zu einem effektiven Antifaschismus stehen. Knüppel, Reizgas, Wasserwerfer unmittelbar gegen Proteste, Unmengen an Prozessen und Ermittlungsverfahren im repressiven Nachklang. Der Verfassungsschutz als Kontaktbörse für Nazis und Schnüffelinstanz gegen AntifaschistInnen steht dem in Nichts nach.
Staatliche Behörden können kein Ansprechpartner für antifaschistische Politik sein, ganz egal mit welchen Versprechungen Politiker und sonstige Vertretungen auch aufwarten. Der Kampf gegen den Faschismus ist die Aufgabe all derer, die unabhängig von staatlicher Taktiererei und Selbstprofilierung Positionen entwickeln können. Es gilt dabei, ein eigenes Verständnis für effektive Handlungsoptionen herauszuarbeiten und die Hintergründe des Faschismus und seiner Grundlagen in der kapitalisitischen Gesellschaft offenzulegen. Dafür schließen wir uns eigenständig zusammen und organisieren uns. Verbündete und PartnerInnen finden sich in den verschiedensten Spektren: Gewerkschaften, Jugendorganisationen Parteien, soziale Initiativen. Bei allen politischen Unterschieden lassen sich im Kampf gegen Nazis immer wieder gemeinsame Nenner finden – ohne dabei die eigenen Positionen fallen zu lassen.

> Denn: Im Gegensatz zum bürgerlichen Staat und seinen Organen sind wir objektive GegnerInnen des Faschismus. Nazis und die Geheimdienste der BRD teilen nicht nur gemeinsame geistige und tatsächliche Urväter, sondern sind sich vor allem einig in Frage des Antikommunismus.
Unsere Forderung nach einer gemeinsamen Front aller antifaschistischen Kräfte darf dabei nicht bei einigen Phrasen stehen bleiben, sie muss sich in konkreten Taten, praktischer Organisierung, offensivem Handeln und der Auseinandersetzung mit dem Faschismus als Ideologie, Bewegung und Herrschaftsform widerspiegeln. Dazu gehört auch eine Auseinandersetzung mit unserer Geschichte und die daraus resultierende organisatorische Grenze zu anderen politischen Teilbereichen.
Auf nach Heilbronn und Schwäbisch Hall!

Die antifaschistische Aktion aufbauen!

Ein Aufruf von: Antifaschistische Aktion Lörrach | Antifaschistische Aktion (Aufbau) Rastatt / Baden-Baden | Antifaschistische Aktion (Aufbau) Stuttgart | Antifaschistische Aktion [o] Villingen-Schwenningen | Antifaschistische Jugend Mannheim / Ludwigshafen | Antifaschistische Linke Bühl/Achern

Antifaschistische Demonstrationen
> Im November finden im Rahmen der Kampagne “Naziterror und Rassismus bekämpfen! Verfassungsschutz auflösen!” verschiedene Veranstaltungen und zwei Demonstrationen statt. Aktuelle Informtionen rund um die Kampagne findet ihr im Internet unter www.nsu-demo.tk. Das Konzept der Demonstration in Heilbronn wurde bereits im Vorfeld veröffentlicht.

Heilbronn | 2. November 2013 | 13 Uhr | Theresienwiese
Schwäbisch Hall | 16. November 2013 | 11 Uhr | Bonhoefferplatz

Newsletter April 2013 – Antifaschistische Linke Bühl-Achern

Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten,
Logoliebe Genossinnen und Genossen,
liebe Freundinnen und Freunde,

schon wieder liegt ein Viertel des Jahres hinter uns und wir möchten dies als Anlass nehmen, euch mit unserem Newsletter über aktuelle antifaschistische Politik in unserer Region zu informieren. Der erste Teil des Newsletters wird sich um das Thema drehen, ob die Nazis dieses Jahr erneut am 14. April am „Panzergraben“ bei Memprechtshofen aufmarschieren werden, bevor wir dann im zweiten Teil ausdrücklich auf die Groß-Demonstration am 13. April in München anlässlich des NSU-Prozessauftaktes hinweisen wollen. Wir werden mit einem Bus aus Karlsruhe dorthin fahren und können noch Plätze für euch organisieren. Wir rufen alle dazu auf, sich an dieser deutschlandweiten und enorm wichtigen Mobilisierung gegen den NSU zu beteiligen!
Über Fragen, weitere Informationen, Kritik oder sonstige Rückmeldungen freuen wir uns natürlich immer.

Mit antifaschistischen Grüßen,
Antifaschistische Linke Bühl-Achern [ALBA] | achernbuehl@antifaschistische-linke.de | alba.blogsport.de

PS: Ihr könnte diesen Newsletter gerne weiterleiten oder uns weitere Mailadressen mitteilen, die den Newsletter auch empfangen möchten.

Inhalt:

  1. Was erwartet uns im April am „Panzergraben“ in Rheinau-Memprechtshofen?
  2. Demonstration in München zum Auftakt des Prozesses gegen Beate Zschäpe vom NSU am 13. April
  3. Bündnis gegen Faschismus und Rassismus Rastatt/Murgtal gegründet!
  4. Der 1. Mai 2013
  5. Der 8. Mai – Tag der Befreiung Europas vom deutschen Faschismus
  6. Wenn der Verfassungsschutz 14 Mal klingelt

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Anquatschversuche in Achern – Bühl

Wenn der Verfassungsschutz 14 Mal klingelt

Auch 2012 wieder waren die beiden mittelbadischen Städte Achern und Bühl (jeweils knapp 30.000 EinwohnerInnen) sowie die angrenzenden Gemeinden, vermehrt Angriffsziel des innerdeutschen Geheimdienstes, dem Verfassungsschutz. Nichts neues für eine Region, in der sich Linke häufig mit Repression und Gewalt seitens staatlicher Behörden und Faschisten konfrontiert sehen. Auffällig dabei ist jedoch, dass der Verfassungsschutz binnen 12 Monaten knapp 15 Mal hier geklingelt hat, um Personen anzuquatschen und offen anzuwerben. Mit dieser Zusammenfassung soll das ganze publik gemacht und aufgezeigt werden, wie unverfroren der Verfassungsschutz bei der Ausspionierung linker Strukturen vorgeht. Es wurden nicht nur Personen beobachtet und in ihre Privatsphäre eingedrungen, auch Familienangehörige wurden eingeschüchtert und vor dem „gefährlichen politischen Treiben“ ihrer Kinder gewarnt.

Chronologie

Bereits Anfang Februar 2012 klingelte es bei einer Person im Raum Achern. Da diese gerade nicht zu Hause war, ging der Verfassungsschützer wieder. Im Sommer des selben Jahres, sowie Ende November klingelte es erneut bei der selben Person; beide Male war die betroffene Person wieder nicht zu Hause. Beim letzten Besuch im November stellte sich der VSler, ein großer schlanker Mann mit dunkelblonden Haaren, als Andreas Jäger vor.

An einem Nachmittag Mitte Februar fand dann der nächste Anquatschversuch statt, wieder im Raum Achern: zwei Mitarbeiter vom Verfassungsschutz klingelten, das Gespräch wurde jedoch sofort abgeblockt.

Im Mai fanden sich erneut zwei VSler bei einer Person aus der näheren Umgebung Bühls ein, um diese wegen einer Vorladung bei der Kriminalpolizei abzuholen und zu befragen. Auch hier wurde das Gespräch frühzeitig abgebrochen.

Im Juni bekam eine Person gleich zweimal Besuch: einmal zu Hause im Raum Achern, wo man sich als „Mitarbeiter einer staatlichen Behörde des Inneren“ ausgab und bei den Eltern nach der Person erkundigen wollte. Die beiden „Mitarbeiter“ gaben an, sich mit der Person über die vergangenen Gegenaktivitäten rund um das Nazizentrum „Rössle“ in Söllingen unterhalten zu wollen. Das zweite Mal kurz darauf auf dem Weg zur Arbeit in einer ganz anderen Stadt. Die Verfassungsschützer, einer davon wies sich als Matthias Knapp aus, kannten den Arbeitsweg des Betroffenen und dessen Arbeitszeiten und versuchten ihn gezielt abzupassen, einzuschüchtern und über vergangene linke Aktivitäten auszufragen; das ganze jedoch ohne Erfolg.

Anfang August klingelte es wieder bei einer Person aus dem Raum Bühl und erneut öffnete ein Familienangehöriger, da der Betroffene nicht zu Hause war. Der VSler wollte wissen wo der Betroffene sei und ging dann wieder. Ein ca. 45 jähriger VSler klingelte Mitte Oktober bei der selben Person und traf sie dieses Mal auch persönlich an. Er sagte, er würde gerne über das vergangene Jahr sprechen und was der Betroffene in dieser Zeit so gemacht habe, wurde jedoch gleich wieder fort geschickt.

Im August wurden drei Personen angequatscht: Anfang August klingelte ein ca. 50 jähriger Mann im Raum Bühl und wurde sofort abgewiesen. Daraufhin ging er wieder und fuhr in einem Auto mit dem Kennzeichen KA-L-360 weg.

Eine Woche später stand ein Auto mit Karlsruher Kennzeichen über mehrere Tage vor dem Haus einer Person im Raum Achern. Zur selben Zeit wurde im Elternhaus des Betroffenen mehrmals angerufen und nach ihm gefragt. Schlussendlich klingelte auch hier der VS, es kam jedoch zu keinem Gespräch.

Ende des Monats bekam wieder jemand aus dem Raum Bühl Besuch von einem ca. 50 – 55 jährigen Mann, der sich sofort mit einem Ausweis als Mitarbeiter des Landesamtes für Verfassungsschutz ausgab. Nachdem auch hier das Gespräch abgeblockt wurde ging der Mann, der ca. 1,80 m groß war, längeres grau-weißes Haar und ein ungepflegtes Äußeres hatte.

Der Sommer war noch nicht mal zu Ende, da kam es erneut zu einem Anquatschversuch bei einer Person im Raum Achern, bei der man schon vier Wochen zuvor vergeblich versucht hatte ein Gespräch aufzubauen. Auch dieses Mal hatten die Verfassungsschutz keine Chance eine Einblick in lokale Strukturen zu bekommen.

In der letzten Novemberwoche gab es an einem einzigen Nachmittag gleich drei Anquatschversuche im Raum Bühl/Achern. Einer war der bereits geschilderte, bei dem sich der VSler als Andreas Jäger ausgab. Bei einem anderen öffnete erneut ein Familienangehöriger und es kam wohl zu einem kurzen Gespräch, nachdem aber der ungebetene Gast wieder ging ohne Genaueres erfahren zu haben. Zwei Stunden später stand der VS wieder bei jemandem vor der Tür. Die betroffene Person kam gerade von der Arbeit und wurde auf dem Weg nach Hause abgepasst und mit Namen angesprochen. Es kam zu keinem Gespräch. Später erfuhr man von den Eltern, dass der Mann, bei dem es sich evtl. auch um Andreas Jäger handelte, gar nicht geklingelt, sondern nur vor der Tür gewartet hatte. Er wusste also über die Arbeitszeiten des Betroffenen Bescheid, hatte diesen also wahrscheinlich auch ausspioniert.

Was zu sagen bleibt

Festzuhalten ist, dass der Verfassungsschutz Baden-Württemberg offensichtlich ein erhöhtes Interesse daran hat, die politischen und sozialen Strukturen linker und antifaschistischer Politik in Achern und Bühl zu durchleuchten und auszukundschaften. Bereits im Juni 2008 gab es hier 18 Hausdurchsuchungen bei Jugendlichen, nachdem die

Polizei gewaltsam mit dem Einsatz von Pfefferspray und Hunden eine „Partybesetzung“ in Bühl, an der sich ca. 50 Jugendliche beteiligten, auflöste (http://de.indymedia.org/2008/10/229017.shtml). Daraufhin gab es am 11. Oktober 2008 eine Antirepressionsdemo in Bühl, an der sich bis zu 250 Menschen beteiligten und dadurch mit den Betroffenen solidarisierten.

Wir stellen fest, dass wir gezielt Abwehrmaßnahmen gegen diese Form des politischen Angriffs durch den Staat aufbauen müssen. Dazu gehört mindestens, aufzudecken, was für eine Behörde der Verfassungsschutz ist, Anquatschversuche (im Umfeld) bekanntzumachen und andere auf den Umgang mit einem Anquatschversuch vorzubereiten.

Schafft mehr Rote Hilfen!
Quelle: Rote Hilfe Karlsruhe, Linksunten

Auf zu Blockupy Frankfurt vom 16. bis zum 19. Mai!

blockupy

Viele von euch haben vielleicht schon von den europäischen Aktionstagen in Frankfurt zwischen dem 16. und dem 19. Mai gehört, die dort ein starkes antikapitalistisches und internationalistisches Zeichen setzen werden. Im Zentrum der Kritik stehen insbesondere das antidemokratische und menschenverachtende EU-Krisenmanagement. Wie in vielen anderen Städten auch, gibts in Karlsruhe ein Vorbereitungstreffen, um die Mobilisierung und regionale Unterstützung dieser Aktionstage zu koordinieren.
Zu diesen Aktionstagen wird es eine große Mobilisierung verschiedener gesellschaftlicher kapitalismuskritischer Akteure geben, z.B. von Attac Deutschland, Die Linke bundesweit, der Interventionistischen Linken, der verdi-Jugend, aber auch aus andere Gewerkschaften und Organisationen, wie z.B. auch aus Teilen Occupy-Bewegung. Selbstverständlich mobilisieren auch verschiedene klassenkämpferische und antikapitalistische Organisationen von überallher zu den Aktionstagen.

Informationen zu den Aktionstagen gibt es vor allem auf der Internetseite www.european-resistance.org und in dieser Präsentation.

Kontakt zum Karlsruher Vorbereitungstreffen könnt ihr über folgende E-Mail-Adresse bekommen: blockupy-karlsruhe@riseup.net. (GPG-Schlüssel)

Bei dieser Adresse könnt ihr euch auch Tickets für die gemeinsame Busfahrt am Samstag, den 19. Mai, zur internationalen Großdemonstration sichern und ihr könnt euch melden, falls ihr an den vorausgehenden Aktionstagen nach Frankfurt gehen wollt. Dann können wir gemeinsam eine An- und Abreise koordinieren.

Wir bieten bislang 2 kollektive Fahrtmöglichkeiten zu den Aktionstagen an:
- 17. und 18. Mai 2012: Camp und Blockadeaktion in Frankfurt
Treffpunkt Donnerstag, 17.5.12- 15.00 Uhr – HBF Karlsruhe
Anmeldungen und Kontakt: blockupy-karlsruhe(at)riseup.net
- 19. Mai 2012: Internationale Demonstration in Frankfurt – Beginn 12.05 Uhr
Abfahrt der Busse: 9.00 Uhr Karlsruhe HBF Süd. Bus-Ticket: 15,00 € (ermäßigt auf Anfrage)
Anmeldungen: info(at)aki-karlsruhe.de

Mehr Informationen: www.european-resistance.org

Heraus zum revolutionären 1. Mai 2012!

Broschüre zum ArbeiterInnenkampftag

Broschüre

Zur breiten Mobilisierung auf vielerlei Aktivitäten zum 1. Mai 2012 hat die Kampagne „Gemeinsam Stark“ eine Broschüre erstellt. Teil dieser Kampagne ist auch die Antifaschistische Linke Bühl-Achern. Die Broschüre beinhaltet Texte zu Krise und Kapitalismus, Organisierung und versucht Perspektiven jenseits von kapitalistischer Unterdrückung und Ausbeutung aufzuzeigen. Zu guterletzt mobilisiert sie auf die revolutionäre 1.Mai-Demonstration in Karlsruhe (s.u.).
Mit der Verteilung auf Öffentlichen Plätzen, in Wohngebieten und direkt vor den Fabriktoren größerer Unternehmen in den Regionen von Karlsruhe bis Freiburg wurde bereits begonnen!

Die Broschüre steht zum Download bereit.

Weitere Informationen zur Kampagne „Gemeinsam stark“ finden sich unter http://gemeinsam-stark.tk/

1. Mai 2012 in Karlsruhe – Die Krise heißt Kapitalismus

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Seit Jahren jagt eine Krise die Nächste. Ob Finanz- oder Eurokrise, Immobilien- oder Staatsschuldenkrise. Die EU und Deutschland versuchen panisch eine Rettungsaktion nach der anderen um die Lage in den Griff zu bekommen. Die Lasten dieser Krisen tragen Andere. Nämlich wir, die lohnabhängigen Menschen hier und überall auf der Welt.
Nur gemeinsam sind wir in der Lage, die Angriffe auf unsere Lebensbedingungen zurückzuschlagen und die Abwälzung der Krisenlasten abzuwenden. Nur gemeinsam und organisiert können wir die Produktionsmittel enteignen und vergesellschaften und somit unserem Ziel eines befreiten Leben ohne Ausbeutung und Unterdrückung, ohne Klassengren-zen und Nationen näher kommen.

Gehen wir es an:
Der Kapitalismus ist nicht das Ende der Geschichte.
Darum kommt zur revolutionären 1.Mai Demo!
[Den kompletten Aufruf lesen]

Weitere Informationen zur Demonstration und auch Vorfeldaktionen unter http://1maikarlsruhe.blogsport.de.

Fahrt mit uns gemeinsam mit dem Zug zur Demonstration nach Karlsruhe:
Treffpunkt Achern: 12.00 Uhr Bahnhof (Abfahrt 12.16 Uhr)
Treffpunkt Bühl: 12.00 Uhr Bahnhof (Abfahrt 12.21 Uhr)

Internationaler Frauentag: Frauen verDienen das Nicht!

Samstag, 3. März
AKTION: Frauen sichten Ausbeuterbetriebe
Auftakt 14 Uhr Kronenplatz, Karlsruhe
Wanderkundgebung durch die
Kaiserstraße Karlsruhe

Donnerstag, 8. März 2012
VERANSTALTUNG
Frauen verDienen das Nicht !
19:30 Uhr im Jubez, Kronenplatz Karlsruhe
Programm:
FRAUEN IN ACTION – Bewegte Bilder
Redebeiträge von Frauen in Pflege- und Gesundheitsberufen in Karlsruhe
Frauenchor BELA RADO
Antje Schumacher
Ess-Bar zum Schluss
Unkostenbeitrag 5 Euro

Veranstaltet vom Frauenbündnis zum Internationalen Frauentag
in Zusammenarbeit mit dem Jubez,
unterstützt von Frauen aus
- ver.di
- GEW
- DIE LINKE
- Interventionistische Linke
- IG Metall
- Initiative Grenzenlos und
- Bewohnerinnen der Wagenburg
INTERNATIONALER FRAUENTAG 2012

Die Reihe „Blickpunkt: Kurdistan“ geht zu Ende

Kurdistan_IV

IV Die Frauenfrage in der kurdischen Bewegung

Brigitte Kiechle hat in vielen Reisen nach Nord- und Südkurdistan die Kurdische Frage kennengelernt. Gemeinsam mit Nikolaus Brauns hat sie das Buch „PKK – Perspektiven des kurdischen Befreiungskampfes“ geschrieben. In dieser Veranstaltung, die zum 8.März, dem internationalen Frauenkampftag stattfindet, wird die Fachfrau die Rolle der Frauen in der kurdischen Bewegung darstellen.

Brigitte Kiechle, Rechtsanwältin und Autorin, Interventionistische Linke Karlsruhe

Dienstag, 28.Februar im Sozialen Zentrum „Caracol“
Beginn: 19 Uhr
Ort: Soziales Zentrum „Caracol“ (www.caracol-buehl.de) in Bühl

Wir hoffen, euch zahlreich begrüßen zu dürfen!

Auf nach Bonn gegen die Kriegskonferenz!

bonn

Klasse gegen Klasse – Krieg dem imperialistischen Krieg!

Vor zehn Jahren am 7. Oktober 2001 begannen die US-Streitkräfte mit der Bombardierung Afghanistans. Die Bundeswehr beteiligt sich seit Ende 2001 an dem Kriegseinsatz. Vor zehn Jahren tagte die erste Afghanistan-Konferenz im Gästehaus der Bundesrepublik Deutschland auf dem Petersberg bei Bonn. Dort wurde Hamid Karzai als Präsident des Landes am Hindukusch eingesetzt. Zehn Jahre später, am 5. Dezember 2011, treffen sich die Kriegsherren und ihre afghanischen Verbündeten erneut in Bonn. Dazwischen liegen zehn Jahre Krieg, Zerstörung und endloses Leid für die afghanische Bevölkerung. Gegen diese Kriegskonferenz rufen bundesweit die Friedensbewegung sowie linke und revolutionäre Gruppen und Initiativen zu Protesten auf. [ausführlicher Aufruf]

So gibt es am 3. Dezember eine bundesweite Demonstration unter dem Motto „Sie reden von Frieden, Sie führen Krieg – Truppen raus aus Afghanistan!“ und am 4. Dezember 2011 eine internationale Konferenz. Am 5. Dezember sind auch Aktionen des zivilen Ungehorsams gegen die Konferenz der kriegführenden Staaten geplant.

Fahrt mit uns gemeinsam nach Bonn und zeigt ihnen, was wir von Krieg und Militarismus halten!
Meldet euch bei Interesse bei uns oder den linken Strukturen in eurem Ort.

Nato raus aus Afghanistan und Libyen!
Krieg dem imperialistischen Krieg!

Weitere Informationen unter:
block-bonn.tk
nowar.blogsport.de
dazwischengehen.org
afghanistanprotest.de

no g20 – Die Krise heißt Kapitalismus

no-g20

Demonstration am 5.11.2011 in Freiburg!

Nach­dem be­reits im Mai 2011 der G8-​Gip­fel im fran­zö­si­schen De­au­vil­le statt­ge­fun­den hat, wol­len sich die Re­gie­rungs-​ und Fi­nanz­chefs der 20 mäch­tigs­ten In­dus­trie-​ und Schwel­len­län­der An­fang No­vem­ber 2011 im fran­zö­si­schen Can­nes tref­fen. Ge­mein­sam mit Ver­tre­tern des In­ter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds (IWF) und der Welt­bank (WB) set­zen sich die Staats­ober­häup­ter der „Grup­pe der 20″ (G20) an einen Tisch um welt­wei­te „Kri­sen­be­wäl­ti­gungs­maß­nah­men“ in Form von So­zi­al­ab­bau, Spar­dik­tat und im­pe­ria­lis­ti­schen In­ter­ven­tio­nen zu ko­or­di­nie­ren. [ausführlicher Aufruf in de, en, fr & tr]

In die­sem Jahr fin­den allerdings keine gro­ßen zen­tra­len Gip­fel­pro­tes­te in Frank­reich statt, an­ders als bei­spiels­wei­se 2007 beim G8-​Gip­fel in Hei­li­gen­damm oder 2009 beim NA­TO-​Gip­fel in Stras­bourg und Kehl. Wir fol­gen dem Auf­ruf der glo­ba­li­sie­rungs­kri­ti­schen Be­we­gung zu de­zen­tra­len Ak­tio­nen und wer­den am 5. No­vem­ber 2011 im Drei­län­der­eck in Frei­burg un­se­ren Pro­test gegen die herr­schen­den Ver­hält­nis­se laut­stark und ent­schlos­sen auf die Stra­ße tra­gen.
Be­tei­ligt euch an der De­mons­tra­ti­on und wer­det aktiv für eine Welt ohne Aus­beu­tung und Krieg!

Nutzt zur gemeinsamen Anreise folgende Zugtreffpunkte:

Bühl Bahnhof 12.15 Uhr
Achern Bahnhof 12.15 Uhr

Auftakt in Freiburg ist um 14.00 Uhr am „Platz der alten Synagoge“.

Weitere Infos auch unter: www.no-g20.tk

Mobilisierungs- und Informationsveranstaltung am Dienstag zum 1. Mai in Heilbronn, den 26. April 2011

Roter Stern
Am 1. Mai soll in Heilbronn der zentrale Aufmarsch von Nazis aus ganz Süddeutschland statt finden. Das „nationale und soziale Aktionsbündnis“, ein Zusammenschluss von NPD und militanten „Freien Nationalisten“, organisiert die Demonstration, zu der mehr als Tausend Faschisten erwartet werden. Dagegen hat sich ein breites Bündnis gegründet, das unter dem Motto „Heilbronn stellt sich quer“ dazu aufruft, diesen Aufmarsch durch Blockaden zu verhindern.
Am Dienstag werden uns daher VertrerInnen des Heilbronner Blockadebündnisses besuchen, um über den aktuellen Stand in Heilbronn zu berichten.
Wir sehen uns!

Siehe dazu auch unseren Aufruf.
Bühl, 26. April, Soziales Zentrum „Caracol“, Eisenbahnstraße 4, 19:30 Uhr